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    Mittwoch, 23 Mai 2018 09:56

    Eine Berg-Symphonie in drei Sätzen

    Um ein Musikstück dem Publikum zum Besten zu geben, bedarf es einer intensiven Probenarbeit. Vergleichbar ist eine Wanderung, bei der es auch auf und ab geht und man vereinzelt bis an seine Grenzen gehen muss, mit einer Probenphase vor einem Konzert. So ist es kein Wunder, dass dem Musiker das Wandern so gefällt, da es ihn an genau diese spannende und produktive Zeit erinnert. Dies muss auch der Grund sein, warum das JBO bereits zum zweiten Mal eine Bergtour startete, die an eine Berg-Symphonie in drei Sätzen erinnerte. 

    Der erste Satz begann mit der Bahnfahrt von Würzburg nach Kufstein am Samstagmorgen um 8:30 Uhr. Die Stimmungslage war lustig und heiter. Die Vorfreude auf die bevorstehenden Tage war bei allen groß. Ein angenehmes Allegro Giocoso kennzeichnet somit den Beginn des ersten Satzes. Nach der Ankunft gegen Mittag in Kufstein ging es auch gleich in die Berge. Schon nach ein paar Minuten war den tapferen Wanderern klar, dass der Aufstieg von einigen alles abverlangen würde. Das Tempo wurde etwas langsamer und ging in ein Moderato über. Nach einem Zwischenstopp mit Bier, Kaffee und Strudel auf der Ritzau-Alm, war die Anfangsstimmung schnell wiedergefunden. Und so ging es auf das Ziel des Tages, die Vorderkaiserfeldenhütte, zu. Der Abend auf der Hütte klang mit einer heißen Dusche, einem leckeren Menü und verschiedensten Kartenspielen im ruhigen, aber heiteren, Adagio aus.

    Der zweite Satz begann am Sonntagmorgen recht früh nach einem ausgiebigen Frühstück. Der hohe Frühnebel in den Bergen zwang die musikalischen Wandersleute zur Änderungen der Route. So war die Stimmung gemischt, da einige sich sehr auf die Tour zur Pyramidenspitze gefreut haben, wieder andere, nach dem vorangegangenen Tag, eine Alternative begrüßten. So zeigte sich schon zu Beginn des zweiten Satzes eine wechselnde Stimmung im Allegro Rubato. Auf der langen und nach dem Regen der Nacht leicht rutschigen Strecke wurde es bisweilen auch mal erheblich langsam im lento und bei einigen Wanderern launisch im capriccioso. Trotz Konditions- und Gemütsschwankungen entschädigten atemberaubende Aussichten für die Strapazen, ähnlich wie bei einem Zwischenapplaus des Publikums bei äußerst gelungenen Stellen im Konzert. Mit den letzten Kraftreserven ging es gegen Ende noch mal bergauf zum Stripsenjochhaus. Essen und Trinken vor Augen ließ die letzten Kraftreserven mobilisieren und führten zu einem schnellen Vivace auf der Strecke, die schlussendlich bergab im Anton-Karg-Haus endete. Mit einem guten Essen, Schnäpsen und viel Geselligkeit ging es dann gemächlich im Adagio in die Betten.

    Der dritte und letzte Satz war gekennzeichnet von einer schnellen Aufbruchsstimmung im Presto. Nach dem Frühstück ging es zurück durch eine malerische Landschaft ins Tal nach Kufstein, wo die wandernden Musiker sich mit Eis belohnten. Wie im Flug ging dann auch die Rückfahrt mit dem Zug nach Würzburg vorbei. Und alle waren sich einig, dass trotz des hohen Anspruchs sich die Mühen und Beschwerlichkeiten gelohnt haben und auch hier, ähnlich wie Konzerten, eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten lässt.

    An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank dem Organisator, Matthias Boll, für die gelungenen Tage und seinem Organisations- und Improvisationstalent.

      

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