Probenwochenende der Kürnacher Euphoniker

Text und Foto: Astridt Raaber

Von Atemzügen und Nutellagläsern

Vom 23. bis 25. Januar trafen sich die Kürnacher Euphoniker in Heiligenkreuz bei Bad Kissingen, um sich intensiv auf die kommenden Aufnahmen mit dem Bayerischen Rundfunk vorzubereiten. Inmitten von musikalischen Anstrengungen, alternden Stücke, die aufpoliert wurden, und neuen Kompositionen, die ausprobiert wurden, herrschte eine Stimmung zwischen orchestraler Harmonie und gelegentlichen Synkopen-Wirren bei den Probenden.

Das Highlight am Wochenende war zweifelsohne der Besuch von Tim Förster am Samstagvormittag, der für die Euphoniker ein Workshop durchführte. Der inzwischen studierte Musiker kehrte für kurze Zeit aus der Oberpfalz an seine alte Wirkungsstätte zurück – eine Begegnung, die alle Euphoniker außer Atem ließ. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn Förster hatte wertvolle Tipps zur Atemtechnik im Gepäck. Er betonte, dass die Fähigkeit, richtig zu spielen, unmittelbar mit der richtigen Atemtechnik verbunden sei.

Um seine Thesen zu untermauern, griff Förster ins Alltagsrepertoire und verglich den Anfangsmoment in der Orchesterdarbietung mit dem entscheidenden Moment, in dem man den Aludeckel eines Nutellaglases durchbricht. So wie man den Deckel mit einem konzentrierten Zug durchstößt, so müsse der Musizierende den richtigen Atemstoß finden, um zum klanglichen Höhepunkt zu gelangen. Die Euphoniker lauschten gebannt – und spürten wohl, dass selbst aus dem unschuldig erscheinenden Frühstücksritual nützliche Lebensweisheiten erwachsen können.

Bis zum Sonntagmittag war die Gruppe jedenfalls auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet. Es bleibt nun zu hoffen, dass die Aufnahme mit dem Bayerischen Rundfunk ähnlich geschmiert verläuft wie eine Pause bei Kaffee und Nutella.

Und eins ist sicher: Wenn der Bayerische Rundfunk im April den Atem der Kürnacher Euphoniker einfängt, knistern garantiert nicht nur die Mikros, sondern auch die Brötchen im Nutella-Glasdeckel-Sinne.