Der Generationen-Effekt: Sommernachtskonzert in Kürnach

Wie das JBO Kürnach der Nacht ein Lächeln schenkte

Text und Fotos: Astridt Raaber

Beim traditionellen Open-Air-Sommernachtskonzert des Jugendblasorchesters Kürnachtal e.V. erlebte das Publikum weit mehr als nur ein musikalisches Event: Drei Orchester standen auf der Bühne und zeigten exemplarisch, wie sich musikalische Generationen an die Hand nehmen. Über allem schwebte an diesem Abend eine besondere Botschaft: Humor, Spiel und ein Lächeln auf den Lippen sind unverzichtbare Werkzeuge um das Leben – und die Musik – zu meistern.

Den Beginn dieses Generationen-Panoramas machte das Nachwuchsorchester unter der Leitung von Wolfgang Heinrich. Er hatte dieses Jahr eine wunderbare Idee in die Tat umgesetzt: auch Schülerinnen und Schüler aus dem Instrumentalbereich, die bisher noch kein Mitglied im NWO sind, durften echte Bühnenluft schnuppern. Die spürbare Vorfreude und die charmante, sichtbare Aufregung der jüngsten Musizierenden zauberten dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht. Dass die allerersten Schritte auf der musikalischen Leiter vor allem von Leichtigkeit geprägt sein müssen, bewies das Orchester passenderweise mit dem Stück „Schabernack“. Ein Auftakt, der zeigte: Musik darf Spaß machen, sie darf neckisch sein – und Humor verbindet von der allerersten Note an.

Das Jugendorchester, dirigiert von Katharina Deppisch, nahm diesen Faden auf und transportierte auf der Brücke zur musikalischen Reife die Botschaft, dass das spielerische Element und die Leichtigkeit feste Begleiter sein sollten – gerade wenn die Anforderungen wachsen. Mit dem feurigen Klassiker „Bésame mucho“ und dem modernen Werk „Epic Gaming Themes“ zeigten die Jugendlichen, wie sich die reine Spielfreude der Jüngsten im Jugendorchester zu einer reiferen, aber federleichten musikalischen Energie weiterentwickelt.

Den glanzvollen Schlusspunkt setzte schließlich das Symphonische Blasorchester unter der Leitung von Christian Lang. Als Spitzenformation demonstrierte das SBO den jüngeren Orchestern, wohin die musikalische Reise beim JBO Kürnach führen kann – zu einem vollendeten, kraftvollen Klangkörper. Doch trotz aller musikalischen Reife verlor auch das SBO die Kernbotschaft des Abends nicht aus den Augen: Freude, Lachen und Humor gehören auch auf das höchste Niveau. Im Zentrum ihres Auftritts stand ein fulminantes Medley rund um die Ikone Charles Chaplin. Chaplin, der unbestrittene Meister der Pantomime und des Humors, der trotz schwerer Zeiten den Menschen immer ein Lächeln schenkte. Frei nach seinem berühmten Credo „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“ erweckte das SBO Chaplins Melodien zum Leben. Es war die perfekte Erinnerung daran, worauf es im Leben ankommt:  egal auf welcher Stufe der musikalischen oder persönlichen Entwicklung man gerade steht – das Lächeln im Gesicht verbindet Menschen und ist ein Geschenk an die nächste Generation.

Hinter diesem reibungslosten, inspirierenden Generationen-Konzert steckt jedoch eine Leistung, die man nicht hoch genug anrechnen kann. Es ist absolut erstaunlich, in welch teilweise kürzester Zeit die drei Dirigenten – Wolfgang Heinrich, Katharina Deppisch und Christina Lang – es geschafft haben, ihre jeweiligen Orchester auf dieses anspruchsvolle Sommernachtskonzert vorzubereiten und zu motivieren. Das geht sicherlich auch nur mit einer großen Portion Humor und eben jenem Lächeln im Gesicht!